Kein Blog und keine Internetseite ohne Jahresrückblick. Was uns im abgelaufenen Jahr positiv wie negativ bewegte:
Nach zwei verpassten Aufstiegen grüßte unsere Mannschaft im Januar vom Platz an der Sonne. Das taten wir auch im Vorjahr, vergeigten aber im Schlußsport dann wieder den Aufstieg. Mit der Heimniederlage gegen Köln und dem Unentschieden in Cottbus starteten wir mit einem erneuten Nervenflattern ins neue Jahr. Dem Sieg gegen die Schachter folgte die Niederlage gegen die Bubis des VfB Stuttgart, ein Sieg gegen die Löwen und eine Klatsche in Rostock. Sportliche Achterbahn auf dem Dynamo-Rummel, aber immerhin mußten wir auch im Februar einen der beiden Aufstiegsränge nicht verlassen. Kommunikativ waren wir jedoch auf klarem Abstiegskurs – bedenkt man u.a. die Denunziation von Stefan Kutschke und dem medial zielgerichtet harten Vorgehen gegen den Rückkauf des Fanshops, bei dem sich unser Vorstand, mit dem Haupttreiber David Fischer, auf Konfrontationskurs mit der Fanszene begab. Statt gleich die alte Beschlußlage zur Heimholung des Fanshops in den Verein aufzugreifen, mußte es die Geschäftsführung auf eine Machtprobe mit den aktiv-passiven Mitgliedern ankommen lassen. Nicht, ohne zuvor noch mittels Kampagnen, Kolportagen und gezielten Indiskretionen die medialen Geier gegen den sofortigen Rückkauf in Stellung zu bringen. Nach leidenschaftlichen Debatten bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung votierten 77% der Mitglieder für den Rückkauf aller Geschäftsanteile an der Dynamo Dresden Merchandising GmbH. Sportlich war der März ohne Niederlage erfolgreich, vereinspolitisch ein Fiasko.
Der April begann mit einem Sieg in Hannover, einem Remis zu Hause gegen Ingolstadt und – Alles Gute zum Geburtstag – einer Niederlage ausgerechnet gegen Osnabrück. Essig in den Wein zu schütten, schaffte diese Mannschaft also auch, entledigte sich jedoch eine Woche später mit einem souveränen 4:1 im Saarland eines Konkurrenten um den Aufstieg. Selbiger rückte mit dem 2:1 in der letzten April-Woche immer näher. Sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz vor den letzten drei Spielen waren ein komfortables Polster. Der Mai brachte nach dem Unentschieden in Bielefeld die Niederlage in Mannheim, die Dank des Patzens der Konkurrenz trotzdem den Aufstieg bedeutete. Das 3:0 zuhause gegen Absteiger Haching war dann nur noch Formsache, um eine wunderbare Aufstiegsparty am Elbufer starten zu lassen. Drei quälende Jahre in der 3. Liga fanden damit vorerst ihren Abschluß. Mit dem Aufstieg ging es dann im Juni in die Sommerpause.
Danach wurde im Juli getestet; zuhause, in der Region und im alljährlichen Trainingslager in Österreich. Irgendetwas war aber anders als sonst, es fehlten die Meldungen über (vermeintliche) „Knaller“-Verpflichtungen. Diese sollte man erwarten können, wenn man gedenkt, eine Liga weiter oben mitspielen zu wollen. Wir reden hier immerhin über Deutschlands zweithöchste Profiliga. Langjährige Kenner des Vereins ahnten bereits zu diesem Zeitpunkt nichts Gutes, auch wenn das Transferfenster noch einige Zeit offen stand. Derweil hatte die Dresdner Denunzierungsindustrie der örtlichen Antifa nichts Besseres zu tun, als erneut Unruhe in den Verein bringen zu wollen. Sie versuchten, eine Kontaktschuld auf Vereins- und Gremienmitglieder zu produzieren, weil diese sich auf der Geburtstagsparty eines Aufsichtsratsmitgliedes mit einem langjährigen Dynamofan und Lokalfußballer ablichten ließen, der aber „leider“ als direkt gewählter sächsischer Bundestagsabgeordneter auf der „falschen“ Seite der Brandmauer seinen Tätigkeiten nachging. Die auf elf Personen gewachsene Kommunikationsabteilung des Vereins gab auch hier wieder ein desaströses Bild ab und ließ die medialen Schlammbatzen ungebremst auf den Verein prasseln. Nur gut, daß die meisten Dynamofans mittlerweile damit souverän umgehen können.
Der Saisonstart am ersten August-Wochenende wurde standesgemäß in Fürth vergeigt. Wer zum Auftakt in der neuen Liga bereits nach neun Minuten mit zwei Toren im Hintertreffen liegt, der sollte sich als Spieler einfach mal hinterfragen, wie es um seine Einstellung zum Job bestellt ist. In der kommenden Woche folgte eine Heimniederlage ausgerechnet gegen die Bördebauern und die Dynamowelt war bereits ein Trümmerhaufen. Im DFB-Pokal das Aus gegen Mainz und dann kam noch Bielefeld. Wenn man mit dem Tor des Jahres in der zehnten Nachspielminute der Partie solch einen Lucky Punch zum Auswärtssieg setzt, weiß der gemeine Dynamofan – jetzt wird die Liga endlich aufgemischt. Aber Schalke ist immer gut dafür, uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Heimniederlage am letzten Tag des Monats.
Magere zwei Punkte aus den drei Spielen im September. Die Dummheit der Anderen sorgte dafür, daß wir mit mickrigen fünf Punkten aus sieben Spielen trotzdem noch über dem Strich standen. Im Stadion hatte sich derweil ein neuer Caterer etabliert. Dynamo verpasste die Chance, auch dort als Verein mehr zu partizipieren, da die Projektgesellschaft dem langjährigen Caterer den Stuhl vor die Tür stellte, obwohl dieser ein Angebot abgab, bei dem Dynamo im Gegensatz zu Supreme nicht nur nichts investieren mußte, sondern mittelfristig auch alle Rechte erhalten hätte. Immerhin übersah man beim Vertragswerk die Kündigung des Sonderfalls „KULTI“, so daß dieses noch bis Dezember unter alter Regie weiter gastronomieren durfte. Der Aufsichtsrat bewies indes auch nochmal „Eier“, indem er den längst überfälligen Schritt setzte und Kommunikationsgeschäftsführer David Fischer beurlaubte. Zuviel hatte sich über Monate angestaut, so daß diese Konsequenz unvermeidlich war.
Der Oktober begann mit einem torreichen Heimpunkt gegen Karlsruhe, einem weiteren Unentschieden in Münster und der Heimklatsche gegen Paderborn, wodurch wir unter den Strich rutschten. Immerhin die alljährliche Kampagne Love Dynamo … u.s.w. wurde durchgezogen. Nichts ist doch wichtiger als der sportliche Erfolg. Wenigstens konnte der Renteneintritt von Ralf Minge gefeiert werden, der es nun ermöglichte, ihn zum zehnten Ehrenspielführer der SGD zu nominieren. Die Dresdner Denunziantifa ließ auch nicht locker und versuchte ein Selfi von Stefan Kutschke und zwei anderen Dynamospielern mit einem „berüchtigten“ Martial-Art-Kämpfer im Rahmen einer Veranstaltung via Pressekampagne als nazistisch zu lancieren. Man kann sich nur fragen, ob solche Leute irgendwann mal fähig sein werden, irgendeiner sinnvollen geregelten Tätigkeit nachzugehen. Es ist ermüdend und die Dynamowelt erschüttert so etwas nicht mehr im Ansatz.
Der November ist der Monat der Mitgliederversammlung. Die Plattform für Gestaltung, Personalien, Rechenschaft und manchmal auch für persönliche Abrechnungen. Das Klima ist besonders bei sportlichem Mißerfolg hochspannend. Nach den Klatschen bei der Hertha und zuhause gegen Nürnberg betätigte sich der Aufsichtsrat als Personenschützer und nahm Sportgeschäftsführer Brendel aus dem Rennen. Man könnte von der vorbildlichen Beseitigung der eigenen Fehlgriffe reden, würden die nicht immer mit Gehaltsweiterzahlungen oder Abfindungen ebenso empfindlich zu Buche schlagen, wie die überzogenen Strafen des DFB für frenetische Licht- und Feuerspiele unserer Anhängerschar. Zur Jahresversammlung hatten wir bereits alles gesagt. Dynamo gewinnt in Bochum und zuhause gegen Düsseldorf und kommt wieder über den Strich. Friede, Freude, Pustekuchen…
Das Jahr hat zwölf Monate, der Dezember ist der letzte davon. Nachdem unser heiliges Wohnzimmer, das Rudolf-Harbig-Stadion, dank geldgieriger Mithilfe der Projektgesellschaft durch Dreharbeiten berüchtigter arabischer Gangsterrapper entweiht wurde, war uns auch der Nikolaus nicht sehr wohl gesonnen und ließ uns ohne Punkte den langen Rückweg aus der Pfalz antreten. Genau ein Jahr zuvor hatte unsere Mannschaft noch Bielefeld mit 3:0 aus dem Stadion geschossen und versetzte die Fangemeinde in feierliche Adventsstimmung. Braunschweig durfte dann noch die nächsten drei Punkte mit nach Hause nehmen und Kiel ließ uns an der Küste auch keine Chance, so daß Knecht Ruprecht den Dynamofans die Rote Laterne unter den Baum legte. Null Punkte aus den drei Spielen im Dezember. Der neue Aufsichtsrat wollte auch noch zur Bescherung beitragen und legte dem Verein Sören Gonther als neuen Sportchef unter die Nordmanntanne. Oh Du Fröhliche…
Aber wir wären nicht zu den hartgesottenen Dynamofans geworden, würde zu unseren aus Verzweiflung herausgerauften Haaren nicht immer wieder irgendein Hoffnungsschimmer hervorblinzeln. Wir wissen zwar noch nicht, woraus wir diese Hoffnung schöpfen wollen, aber irgendwie ging es bisher immer weiter. Mit dem Blick nach vorn freuen wir uns also auf das nun schon nicht mehr ganz so neue Jahr und lassen uns einfach überraschen, was uns dieser Verein, seine Angestellen in der Enderstraße, an der Seitenlinie und vor allem auf dem Rasen 2026 zu bieten haben.