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Startklar !?

Wirklich beeindruckend! Nach der atemberaubenden Aufholjagd in der Rückrunde der letzten Saison, welche mit dem Klassenerhalt erfolgreich abgeschlossen werden konnte, stellte sich die Frage, ob und wie diese Mannschaft, in der Not zusammengesetzt aus intelligent ausgewählten Leihspielern und zu einer Einheit geformt, im Kern erhalten werden konnte.

Sportchef Sören Gonther und Coach Thomas Stamm ist es mit dem Segen und der Rückendeckung der Vereinsverantwortlichen gelungen, die Leistungsträger der Rückrunde zu halten bzw. fest zu verpflichten. Vier außergewöhnlich hochqualitative Torhüter deuten bereits an, daß bei dieser Truppe nichts anbrennen soll. Die Abwehr wurde neben den Etablierten gezielt verstärkt und hochwertig doppelt besetzt. Die kreative Mitte um Kapitän Niklas Hauptamnn konnte im Wesentlichen gehalten werden, besonders durch die festen Verpflichtungen der ehemaligen Leihen Ben Bobzien und Robert Wagner, ergänzt durch die Erfahrung von Nikolai Rap pund natürlich Jakob Lemmer, der immer für Überraschungen gut ist. In dieser Etage wird das eigentliche Spiel gemacht und deren Kreativität und Leistungsvermögen bestimmt den Charakter der Mannschaft und des Spielsystems.Und ganz ehrlich? Diese Typen machen Lust auf mehr.

Die erfolgreiche Abteilung Attacke ist zwar um den genialen Kofi Amoako dezimiert, welcher seine Genialität künftig lieber in die Dienste des HSV stellen will, Nils Fröling, Vincent Vermeij und der mittlerweile schon fast als erfolgreiches Urgestein zu bezeichnende Christoph Daferner sind geblieben. Mit Kaan İnanoğlu wurde ein 20jähriger Ami-Türke verpflichtet, der für manche eine Wundertüte darstellen dürfte. Seine Entwicklungsfähigkeit, eine Vita von Texas über Main, Ruhr und Rhein und die Saar nun an die Elbe, widerspricht eigentlich dem Eindruck, daß unser heimisches momentanes Rinnsal ein Fluß des Vergessens wird. Hier wird sich zeigen, wie und ob Thomas Stamm diesem Talent Raum und Führung für einen Erfolg gibt. Unsere sportliche Abteilung sieht etwas in ihm und angesichts des Riechers der letzten Verpflichtungen werden wir einfach mal darauf vertrauen.

Getestet wurde bisher auch ausgiebig. Den torreichen zweistelligen Testspielen gegen weit unterklassige Gegner, einem klaren 4:0 gegen Hessen Kassel folgte ein dominantens 5:0 gegen den Ösi-Erstligisten Grazer AK. Gegen den alten/neuen Ligakonkurrent aus Cottbus wurde gleich mit komplettem Kader in Doppelveranstaltung gespielt und sich dabei auf ein Gesamt-Remis bei zwei Begegnungen geeinigt. Letztendlich wurde noch Erstligist Union mit einem gut erspieltem 2:1 spreeabwärts geschickt. Es sind aber nicht die Ergebnisse, es ist das WIE, welches sowohl stutzig als auch Hoffnung macht. Der Eindruck, daß im „schwierigen zweiten Jahr“ nur Klassenerhalt und Etablierung in der Liga das Ziel sein sollte, erscheint eigentlich schon wie ein herzhaftes Understatement. Ein Gefühl, „hier geht mehr“, hat sich in dieser Kontinuität des Erfolges seit der Rückrunde bei der Fanschar festgesetzt. Dies bedeutet natürlich auch einen hohen Erwartungsdruck.

Zuerst aber wird zum Heimauftakt in der kommenden Woche der K-Block leer bleiben. Das ist die richterliche Konsequenz aus dem Fan-Spektakel auf dem Rasen vom Hertha-Spiel der letzten Saison. Über dies und einges Andere, was momentan noch zugedeckt von der Euphorie im Argen liegt, wird sicherlich zur Jahreshauptversammlung im November zu reden sein. Bis dahin können wir aber auf einen erfolgreichen Sommer hoffen und freuen uns, daß es endlich wieder losgeht.