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Wüstengerichtsbarkeit

  • Beitrags-Kategorie:Meinungen / Vereinsleben
  • Lesedauer:6 Min. Lesezeit

Unser Verein befindet sich wiedermal in rauher See. Der Saisonstart nach großen Erwartungen verpatzt, die K-Block Sperre nach dem Hertha Urteil steht noch im Raum und hinter den Kulissen passiert etwas, was wir lange nicht hatten. Intrigante Spielchen und persönliche Animositäten. Der Ursprung dieser Vorgänge liegt ca. zwei Jahre zurück. Die auslaufenden Verträge mit dem Stadion-Caterer boten eine Chance, daß Dynamo endlich an den Erträgen der Stadiongastronomie mit beteiligt wird. Dies zu einem Zeitpunkt, als die Geschäftsführung nichts Besseres zu tun hatte, um den Vorstoß der Ultras zur finalen Übernahme der Anteile am Fanshop zu sabotieren. So wie ein Rückkauf übrigens vor Jahren bereits von der Mitgliederversammlung beschlossen und von diversen Geschäftsführern eine Zeit lang ausgesessen und unterlaufen wurde. Ein langjähriges Vereinsmitglied, Michael Walter bekannt als Gründungsmitglied von Pro-RHS, verlangte Auskunft, warum die Chance zur Beteiligung am Catering von der Geschäftsführung nicht wahrgenommen wurde und wie die Beschlußlage von Aufsichtsrat und Geschäftsführung dazu im Verein sei. Nach nicht erfolgter Auskunft wurde ein Ehrenratsverfahren ohne ein befriedigendes Ergebnis eingeleitet und die Sache landete vor Gericht. Als Zeugen wurde neben dem Präsidum auch Thomas Blümel benannt. Einfach auch, weil diese teilweise an den Beschlüssen und den Zugang zu den Beschlußprotokollen der Gremien haben und somit ggf. zu einer Auskunft zur Sache gezwungen werden könnten. Dies nahm der Ehrenrat zum Anlaß, seine Rufmordkampagne wegen Geheimnisverrat loszutreten. In der Satzung ist die Funktion des Ehrenrates und seiner Entscheidungen wie folgt definiert (Auszug)

Dies alles gipfelte in den Skandal zur letzten Mitgliederversammlung, daß zuerst über eine versuchte alleinige Nichtentlastung als aktiver Aufsichtsrat, dann über ein satzungswidriges Kandidaturverbot Thomas Blümel von einer neuen Kandidatur abzuhalten. Daß nur durch energisches Veto von vereinsbekannten Satzungsprotagonisten und Weggefährten von Thomas Blümel, der Drohung der Anfechtung der ganzen Versammlung und dem letztendlichen Einlenken des Versammlungspräsidiums und einer Wiederwahl von Thomas Blümel der ganz große Skandal unter der Decke gehalten werden konnte, dies ist mittlerweile eine weitere Episode unserer Vereinsgeschichte. Eine Sternstunde des Gremienversagens. Damit hätte man es bewenden lassen können.

Im Nachgang stellte sich jedoch heraus, daß die schwerwiegenden Vorwürfe nicht belegbar waren und daß zur Mitgliederversammung die Mitglieder von Ehrenrat und Präsidium schlichtweg belogen wurden. Weder war ein Verfahren damals eröffnet noch trafen die Anschuldigungen zu.

Zehn Monate später wurde Thomas Blümel dennoch des Amtes enthoben und bis zur nächsten Aufsichtsratswahl in drei Jahren aus dem Verein ausgeschlossen. Beweise fehlen bis zum heutigen Tag. Wer die treibenden Kräfte im Ehrenrat kennt, fühlt sich unweigerlich an die Steinigungs-Szene aus Monty Pythons „Leben des Brian“ erinnert, als John Cleese mit überspringender Stimme seinen theatralischen Vorwurf „…du lästertest Gott auf unglaublich infame Weise….“ zelebrierte.
Dieser „Beschluß“ und die aberwitzige Pressemitteilung von Dynamo hat damit Thomas Blümel quasi zum „vogelfreien“ Dynamo erklärt. Wo in dieser Woche zum Ehrenratsverfahren Vereinsmitglieder willkürlich „wegen Schutz von Persönlichkeitsrechten“ um ihr Teilnahmerecht beschnitten wurden, werden nur einen Tag später diese in wirklich übelster Manier durch die Presseerklärung des Vereins in Sachen Thomas Blümel mit Füßen getreten. Aufschlußreiche Details dazu erläutert Anwalt Karsten Schmidt im unten verlinkten Podcast.

Nun liegt es auch an uns, den Vereinsgremien, besonders in Person des Ehrenratsvorsitzenden Andreas Göckeritz, welcher im November offensichtlich wieder für das Gremium kandidieren will, zu zeigen, daß die Vereinsmitglieder eine solche Mißachtung und Vergewaltigung unserer Satzung und Verletzung aller geschriebenen und ungeschriebenen Kodexe im Verein nicht hinnehmen. Die Mitglieder haben die Macht, sowohl Gremien, insbesondere Ehrenrat und Präsidium, nicht zu entlasten, Personen nicht wieder zu wählen und den Beschluß bezüglich Thomas Blümel (und Michael Walter) zu anullieren. Scharfe Rückfragen im Rahmen der Aussprache zu den Gremienberichten sollten natürlich ebenfalls zu erwarten sein. Interessant wird auch sein, wie sich die Ultras Dynamo dazu positionieren werden, ob sie als Verfechter der vereinsgeführten Demokratie, den Mißbrauch selbiger durch Ehrenrat und auch Präsidium wortlos hinnehmen werden. Hier müssen sie einfach mal Farbe bekennen, wieviel ihnen ein mitgliedergeführter Verein noch wert ist. Immerhin hat diese Praxis immer und immer wieder Fehler und Versäumnisse der Vorstände, von Vereinsrettung über Stadionbau bis zur Entschuldung und zuletzt dem Fanshop Rückkauf korrigiert und den Verein gestaltet und geprägt. Werfen wir diese Tugenden über Bord, gehen wir endgültig in der Beliebigkeit des deutschen Profifußballs auf.

Kommentare zur Causa Ehrenrat-Blümel aus den sozialen Medien dazu:

„Dynamo sperrt also die Kommentarfunktion für diesen Beitrag. Dann sage ich hier, was ich von diesen Vorgängen halte.
Nie war ich wütender, trauriger, enttäuschter von den derzeitigen Protagonisten dieses Vereins, der mal meine große Liebe war. Vereinsinstitutionen, die allesamt nur ihre eigenen Vorteile im Sinn haben. Die gemeinsam unliebsame Mitglieder, die jahrelang FÜR das Wohl des Vereins gekämpft haben, mit einer unglaublich kriminellen Energie aus dem Verein exekutieren.
Ein Thomas Blümel, dessen Neuwahl durch eine Intrige am Tag der Mitgliederversammlung nicht verhindert werden konnte, wird nun durch eine Lüge aus dem Aufsichtsrat geworfen und für die Dauer der Legislatur die Mitgliedschaft entzogen.
Der Vorwurf? Thomas Blümel soll sich im Rahmen eines Pressegesprächs negativ über die Mitarbeiteranzahl der Kommunikationsabteilung geäußert haben. Der Hauptbelastungszeuge der Kollege der BILD Zeitung. Dumm nur, daß dieser schriftlich erklärte, daß Thomas Blümel nichts derartiges sagte.
Und trotzdem entscheidet der Ehrenrat nun über den Ausschluß, nachdem die beiden vorherigen Verfahren gegen Thomas Blümel nicht eröffnet bzw. eingestellt wurden.
Dann bringt Dynamo am Mittwoch eine Meldung über niemals vorher dagewesene Angriffe und Verleumdungen auf Gremienmitglieder und am Tag drauf die Meldung mit der Enthebung von Thomas Blümel? Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Jeder unbedarfte Fan wird dort nun jedoch einen Zusammenhang sehen. Es ist erbärmlich. Und lieber Ronny Rehn, ich fand dein Auftreten in der Mitgliederversammlung schon schlimm, was ich dir damals schon sagte. Daß du jetzt aber alles mitträgst, was hier ausgeklüngelt wird, enttäuscht mich menschlich zutiefst.“ (Katja Bleschke)

Steffen Meltzer im Gespräch mit Karsten Schmidt, dem Verteidiger von Thomas Blümel auf seinem Youtube Kanal