Von Aue über Halle bis Zwickau

Was wie ein DDR Oberliga Nostalgietrip klingt, wird in der kommenden Saison Liga-Alltag. Wäre der VfB Oldenburg nicht so ein wahnsinniger Spielverderber, dürften wir uns 2022/2023 sogar wieder mit dem ehemaligen Erzfeind – dem BFC Dynamo – über alle Halbzeiten sportlich messen. Jedem Mißgeschick muß man doch auch etwas Gutes abgewinnen können … Trotzdem: Wie konnte das nur passieren?

Die Pyrofeuer auf dem Rasen sind verloschen, Tränen der Wut und Trauer getrocknet und dennoch will sich nicht wirklich ein trotziges Gefühl im Sinne „JETZT erst recht“ einstellen. Diejenigen, welche die volle Verantwortung für das sportliche Desaster tragen, dürfen weiterwursteln. 3 gechasste Trainer und etliche Fehleinkäufe stehen neben dem (verdienten) Abstieg als Bilanz auf der „Haben“-Seite. Statt 8,5 Mio Fernsehgeldern nur noch 1,1 Mio. Um den so wichtigen sofortigen Wiederaufstieg anzupeilen, dürfte sich jedoch am Gehaltsgefüge der Burschenschaft, welche künftig das runde Leder im Namen unserer Farben malträtieren darf, nicht allzuviel ändern.

Keine 72 Stunden nach dem Versagen in der Relegation verkündet die trotzdem weiterbeschäftigte sportlichen Abteilung: Wiederverpflichtung von Stefan Kutschke. Jenem nunmehr stolze 33 Jahre alten Stürmer, welcher sich zuerst bei RB Leipzig in der Regionalliga einen Namen machte, dann in der Bundesliga sich bei Wolfsburg, Paderborn und Nürnberg nicht durchsetzen konnte, ehe er in Dresden zumindest sportlich in der 3. Liga für eine Saison seine Leistung brachte. Dies ist jetzt mehr als 5 Jahre her. Schon damals hatte seine Vita mit dem Engagement beim Fuschl Konzern und sein generelles Auftreten unsere Fanszene auf eine harte Probe gestellt. Sein geräuschvoller Abgang und seine mit grellen Pfiffen bedachten Gastauftritte im Rudolf-Harbig-Stadion mit dem FC Ingolstadt sollten den Fans (und Vereinsverantwortlichen) eigentlich noch in Erinnerung sein. Und mit dem FC Ingolstadt, für den er sich trotz damaliger Offerte aus Dresden im Jahr 2017 statt für uns entschied, hat er in der vergangenen Saison als Mannschaftskapitän nicht wirklich was gerissen. Mit nur 21 Punkten gingen die Herren aus der Stadt der Audis mit der roten Laterne in der Hand uns zeitig voraus in Liga 3. Sportlich also noch lange kein Garant für Erfolg und menschlich nicht wirklich identitätsstiftend. Hoffentlich war man bei uns wenigstens so schlau, einen stark leistungsorientierten Vertrag zu gestalten.

Trotz Verträgen werden wir aber die wenigen Leistungsträger und Talente wie Broll und Königsdörfer nicht halten können. Ex-Knipser Daferner hatte ohnehin nur Vertrag für Liga 2. Sportdirektor und Chef-Scout stellen also nun mit dem Segen des Aufsichtsrates eine Mannschaft zusammen, welche sie dann dem Trainer Nummer 7 der letzten 4 Jahre vorsetzen werden. Und das alles, weil man vor der Relegation vergessen hatte, rechtzeitig die Reißleine beim letzten Trainerfehlgriff zu ziehen.

Wenn das Vertrauen in die sportliche Leitung kaum noch vorhanden ist, bleibt uns also nichts anderes übrig, als Becker, Walter und Co. sarkastisch zuzurufen. „Überrascht uns doch mal wieder …“

Immerhin, nach zwei Jahren bietet der Verein endlich wieder Dauerkarten an. Mit Blick auf den virologischen Herbst und vor dem Hintergrund galoppierender Preise wird sich zeigen, wie wertbeständig diese Treue-Anlage auf der nach unten offenen lauterbachschen Skala sein wird.

(Bildvorlage: Lizenz: Creative Commons (Attribution 3.0) www.welovesolo.com

Ab in die Verlängerung

Nach zwei Jahren voller irrsinniger Maßnahmen, dürfen endlich wieder ALLE Fans ins Stadion. Aber in diesen zwei Jahren wurde vieles zerstört. Vertrauen, Chancengleichheit, Kapitaldecken der Vereine, Zusammenhalt, vor allem aber echte Leidenschaft am Fußball.

War es nach der Einführung des Videoschiedsrichters, ausgestattet mit der Macht, grenzenlosen Jubel binnen Sekunden in Entsetzen und Frusten zu verwandeln, schon eine Zäsur für das Live-Erlebnis Fußball, hatten die Coronamaßnahmen der Lust am Erlebnis Fußball weiteren Abbruch getan. Egal ob Zuschauerlimits, Zutrittsverbote, Testlotterie, Spielerquarantäne, Spielverlegungen und spontane Ligapause – die Lustkiller des Fußballs hatten und haben die Stadien im Griff, das Damokles-Schwert der Neuauflage im kommenden Herbst lauterbacht über unseren Köpfen wie ein lawinengefährliches Schneebrett in den Alpen.

Und wäre dies noch nicht genug des Leidens, scheinen Murphys Gesetze ( sinng. „Wenn etwas schiefgehen kann, wird es auch schiefgehen“) aktuell bei Dynamo voll zur Anwendung kommen. Am 1. Spieltag grüßten wir als stolzer Aufsteiger von der Tabellenspitze und trudelten seit Beginn der Rückrunde sieglos auf den Relegationsplatz in die 3. Liga. Nur der Unfähigkeit von Ingolstadt und Aue ist es zu verdanken, daß wir als Rückrundenversager nicht gleich die rote Laterne in Besitz genommen haben.

Woran liegts? Wir sind doch durch unsere recht solide finanzielle Aufstellung noch mit am Besten durch den Coronawahnsinn gekommen. Mit Quarantänen, Spielverlegungen, Geisterspielen mußte doch auch die Konkurrenz klarkommen. Die Mannschaft hatte doch bereits gezeigt, daß sie zweitligatauglich ist. Der Aufstiegsmotivator Schmidt hat es leider erneut unter Beweis gestellt, daß er ein klasse Feuerwehrmann und Kurzzeitmotivator, aber kein wirklich alltagstauglicher Übungsleiter ist, der eine Mannschaft entwickeln kann. Ein in den letzten 5 Jahren quasi verdoppeltes Trainer- und Funktionsteam, ein Luxus, den sich nur die wenigsten Ligakonkurrenten leisten können, ist nicht in der Lage, die gut verdienenden Spieler so zu motiveren, daß es insgesamt auch für die Liga reicht. Was läuft falsch im Moment? Gibt es noch Spieler, welche für die Vereinsfarben „brennen“ und die anderen mitziehen können?

Die ersten Besserwisser und Couch-Theoretiker im Verein kommen bereits wieder aus ihren Löchern und fordern Strukturreformen. Dabei sollte doch auch dem Letzten klar geworden sein, daß weder ein basisdemokratisches Vereinskonstrukt für Siege verantwortlich ist, noch ein Konstrukt einer Aktiengesellschaft oder eines Mäzenatentums. Und daß Geld auch nicht unbedingt Tore schießt, haben wir uns ja gerade selbst nachgewiesen.

Die Summe der individuellen und kollektiven Fehler hat uns dorthin gebracht, wo wir aktuell stehen. Dieses gilt es zügig aufzuarbeiten und die richtigen Lehren und Konsequenzen daraus zu ziehen. Doch zu allererst bedarf es vollster Unterstützung aller im Kampf um den Klassenerhalt, der in der Relegation im Mai ausgetragen wird. Immerhin sind wir da nicht ganz unerfahren. Hamburg oder Meppen, Magdeburg oder Aue. Am 24. Mai werden wir es wissen, mit wem wir uns in der kommenden Saison über 90 und mehr Minuten messen werden.

April, April ?!

Mit dem Auslaufen der restriktiven bundesweit gültigen Maßnahmen gegen Covid-19 am 19. März hatten sich Viele schon auf den deutschen „freedom day“ gefreut. Dieser hätte bedeutet, daß wieder jeder, ungeachtet irgendeines G-Status´, Kapazitätsbeschränkungen, Test- und Maskenpflichten und Abstandsgängelei zum kommenden Heimspiel gegen Schalke, ein unbeschwertes Fußballgefühl erleben könnte. Wenn uns aber die Erfahrungen der letzten 2 Jahre eines gelehrt haben, dann dies, daß es naiv ist zu glauben, daß sich Regierungen, egal ob in Land oder Bund, freiwillig von den Werkzeugen der Gängelei und Restriktionen trennen würden. Jetzt schlägt wieder die Stunde der Ministerpräsidenten, welche zum erneuten bundesweiten Wettstreit um die unsinnigsten Maßnahmen angetreten sind.

Und so bleibt es, trotz mittlerweile wieder möglicher voller Stadionauslastung am 1. April bei Eingangskontrollen auf Test-, Impf- oder Genesenenstatus und dem Zwang, sich weiterhin den sprichwörtlich atemberaubenden FFP 2 Kaffefilter ins Gesicht zu binden. Es gibt leider viel zu viele Leute, die sich dies als „neue Normalität“ auch mit der moralischen Komponente der Hilfe für den Verein und dem vermeintlichen Schutz Anderer schön reden. Dieser Unsinn soll damit gesetzlich legitimiert werden, auch wenn längst sämtliche Statistiken und Realitäten gegen die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen sprechen und dies in den Ländern rings um Deutschland auch erkannt worden ist.

Bedenklich sind die Bestrebungen, diesen Zustand auch noch über den 2. April hinaus verlängern zu wollen, der sächsische Ministerpräsident versuchte dies als Alleingang am Anfang der Woche, wurde aber offensichtlich in einem Anflug von Realitätssinn innerhalb seiner Fraktion vorerst ausgebremst. Inwiefern dies wieder nur leere Worthülsen darstellen, wird sich in der kommenden Woche entscheiden. Erst dann werden wir wissen, ob unbeschwerter Fußballgenuß FÜR ALLE wenigstens ab Ostersamstag wieder ohne Unterbrechung möglich sein wird.

Was uns Anfang April erwarten wird, ob die Regierung Kretschmer uns ein hämisches „April, April“ entgegenruft oder ob weitestgehend Normalität (und zwar die nach althergebrachtem Verständnis) für Sport, Kunst, Kultur und in unserem Alltag zurückkehrt, das steht noch in den Sternen. Insofern harren wir weiter mit unterdrücktem Groll den politischen Entscheidungen und verweisen auf die „philosophische“ Filmfigur Rocky Balboa: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist …

Dixie Dörner – die Ehrung eines großen Dresdners als Spiegelbild der Dresdner Politik

Unbestritten hat die Kunst-, Kultur- und Sportstadt Dresden Dixie Dörner viel zu verdanken, dies sahen alle politischen Würdenträger in ihren Beileidsbekundungen zum Ableben dieses bewundernswerten Menschen so.
Dresden hatte in ihm immer einen hervorragenden Botschafter! Die Verbindung seiner sportlichen und menschlichen Qualitäten machte ihn nicht nur zum sportlichen Idol einer ganzen Generation, sondern auch zum Vorbild für viele Bürger Dresdens, weit über den Fußball hinaus.
Bereits am 04.05.2020 wurde folgerichtig eine Petition für eine Ehrenbürgerschaft eingereicht und von der Fraktion der „Freien Wähler“ der Landeshauptstadt und rund 1.000 Bürgern unterstützt. Von selbst kamen weder Oberbürgermeister noch die großen Fraktionen des Stadtrats auf diese Idee! Dixie selbst hat damals mehrfach öffentlich bekundet, dass er sich über dieses Ansinnen sehr freuen würde.
Im Juli 2020 erhielt der Petent allerdings die Information der Stadtverwaltung, dass man eine Entscheidung darüber vertagt („ruhend gestellt“) hat. Diese Information wiederholte sich bei regelmäßigen Nachfragen, zuletzt am 18.01.2022. Am 19.01.2022 verstarb Hans-Jürgen Dörner.


Nun ist die Sachlage noch komplizierter, denn laut städtischer Ehrensatzung soll diese Ehrung nur lebenden Personen zu Gute kommen. Aus dem Stadtrat heraus gab es die Idee, doch die Satzung dahingehend zu ändern, dass im Ausnahmefall auch davon abgewichen werden kann. Andere Städte wie Berlin (für Marlene Dietrich) oder Güstrow (Ernst Barlach) taten dies.


In diesem Wissen wurde ein Offener Brief veröffentlicht, welcher als Erstunterzeichner honorige Persönlichkeiten des gesamten gesellschaftlichen Lebens aus Ost und West sowie dem Ausland in diesem Anliegen vereinte. Die Liste ist lang und hier einzusehen:
https://ehrenbuerger-dixie-dörner.de/erstunterzeichner
Bisher haben weit über 12.000 Bürger dieses Anliegen unterstützt!


Am 10.03.2022 teilte der Oberbürgermeister Dirk Hilbert nun mit, eine Ehrenbürgerschaft wäre aus bekanntem Grund nicht möglich und man wäre mit der Familie und Dynamo im Gespräch, ob eine alternative Ehrung möglich und gewünscht ist. Man hätte aus Pietätsgründen etwas Zeit vergehen lassen. Seine Geburtsstadt Görlitz übrigens hatte da keine solch vorgeschobenen, fadenscheinigen Bedenken und brachte die Benennung einer Straße kurz nach seinem Tode auf den Weg.
Kein Wort verlor der wahlkämpfende Hr. Hilbert über die verstrichene Zeit und Gelegenheit, Dixie bereits zu Lebzeiten zu ehren. Auch ein konkretes Vorhaben wollte er nicht nennen und verwies auf den Stadtrat sowie Gespräche mit den Angehörigen von Dixie Dörner.

Die Trauer um Dixie wird in Dresden leider noch von diesem Trauerspiel an Unentschlossenheit oder Unwillen überschattet, dem großen Sohn der Stadt – wenn schon nicht zu Lebzeiten – dann zeitnah nach seinem Tod, die Ehrung welche er zweifellos verdient, abseits der vergänglichen und wohl auch nicht aufrichtig gemeinten Worte zukommen zu lassen.
Denn wenn der politische Wille da ist, werden bspw. Straßen und Plätze sehr schnell umbenannt.

In Dresden also nichts Neues.

Legenden…

Eigentlich sollte der erste Beitrag im, nun schon nicht mehr ganz so neuen Jahr, weiter dem Irrsinn der Pandemiepolitik gewidmet sein. Aber nichts ist wirklich planbar. Am 19. Januar 2022 ist Hans-Jürgen – Dixie – Dörner nach langer Krankheit verstorben.

Da stehen wir nun am 25.1.2022 in unserem heiligen Stadion zwischen K und L Block und schauen auf das Meer aus Kerzen und Blumen, welches ein überwältigender Ausdruck des Mitgefühls und der Wertschätzung unserer Dynamo-Legende darstellt. Und wieder einer weniger denken sich besonders die Älteren unter uns. Es gibt kaum jemanden in unserer Interessengemeinschaft der Dynamofreunde, welche ihn nicht noch haben spielen, zaubern und dirigieren sehen. Und die Jüngeren haben die Legende, den Mythos Dixie als Inbegriff von Dynamo, bereits mit in die Wiege gelegt bekommen. Dixie war bis zum Schluß präsent und engagiert für den und im Verein tätig, bescheiden und ohne jegliche Star-Allüren. An seinem 71. Geburtstag haben wir von der IGSGD uns im Stadion versammelt, um uns von dem Menschen zu verabschieden, der für sehr viele Dynamofans der Inbegriff von „Dynamo“ war und auch immer bleiben wird.

Als Talent von Motor WAMA Görlitz zu Dynamo gekommen, avancierte er schon in jungen Jahren zum Leistungsträger bei der SGD. Stammspieler bereits mit 18 Jahren, mit 20 Jahren bereits Meister und Pokalsieger, 33 facher Nachwuchs-Nationalspieler, 100 facher DDR Nationalspieler, Olympia Goldmedaillie 1976, 5 Meistertitel und 5 x Pokalsieger sowie 3 x Fußballer des Jahres. Dies sind die Superlative und Erfolge eines Sportlers, welche hart und mit ehrlichem Sports- und Teamgeist erarbeitet wurden. Und Dixie steht damit stolz in einer Reihe mit nur einem guten Dutzend weiterer deutscher Fußballer wie z.B. Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, Lothar Matthäus, Joachim Streich, Jürgen Croy oder auch Ulf Kirsten.

Unvergessen die ungezählten Anekdoten, die weiter erzählt werden sollten. Egal ob 1978 im Europacup gegen Partizan Belgrad sein schlitzohriges Führungstor, wo er dem lamentierenden gegnerischen Keeper einfach den Ball wegschnappt und Udo Schmuck im finalen Elfmeter-Schießen den Gegner im Panenka- Stil beerdigt. Oder die von Mielke angeordnete Spielsperre vor dem dann doch für uns erfolgreichen Pokalfinale 1982 gegen den verhassten BFC sowie sein dammbrechendes Führungstor 2 Jahre später zum gleichen Anlaß, an gleicher Stelle, gegen den gleichen Gegner. Es gibt kommenden Generationen viel zu erzählen, doch dies an anderer Stelle. Erinnerung und Ehrung von Hans-Jürgen Dörner sollte in der Stadt Dresden einen gebührenden Platz einnehmen. Fans, Mitglieder und namhafte Persönlichkeiten aus Sport, Kultur und öffentlichem Leben unterstützen eine Initiative Ehrenbürger Dixie, deren Unterstützung wir Euch ans Herz legen.

Die Ultras haben sich bereits gebührend von Dixie verabschiedet, beim heutigen Spiel gegen Hansa Rostock wird dies eine weitere Anzahl von Fans im nur zu einem knappen Drittel gefüllten Stadion tun. Dem tragen wir auch Rechnung und lassen unsere spieltägliche Aktion „Alle oder Keiner“ für diesen Moment ruhen. Dixie zuliebe…

Gedanken zum Jahresausklang.

Als wir im Frühjahr die Aktion ALLE oder KEINER für die Fußballfans starteten, dachte wohl niemand daran, daß die Maßnahmenspirale von Bundes- und besonders Landesregierung zum Jahresende ebenso wie im Vorjahr auf ein straff sanktioniertes KEINER eskaliert wurde. Gleichzeitig wurde im Herbst deutlich, daß unser Verein besser künftig auf den Slogan „Im Herzen vereint“  verzichten sollte. Vereint ist in der Fanszene gar nichts mehr. Die ohnehin schon freistaatlich angeordnete halbierte Zuschauerkapazität wurde unter den sogenannten 2G Regelungen dennoch nicht ansatzweise erreicht, weil ein Großteil der Fans der Zugang verwehrt wurde. Und auch weil ein Teil der unter 2G fallenden Fans sich solidarisch mit den Ausgesperrten zeigte. Keine 9.000 Zuschauer besuchten das betreffende Heimspiel, bevor auch Ihnen durch den Erlass der Regierung Kretschmer der Zutritt ins Stadion verwehrt wurde. Wir hoffen, daß auch diese Fans sich die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was in diesem Land momentan komplett falsch läuft und wie sie künftig die „(Sport)Gemeinschaft“  für sich definieren.

Für einige unter uns, welche sich den Beschränkungen und Auflagen aus Überzeugung und Solidarität über das ganze Jahr verweigerten, war es teils seit den 70er und 80er Jahren das erste Jahr, in welchem sie nicht ein Spiel unseres Vereins – der SG Dynamo Dresden – live im Stadion anschauen konnten. Dieser deprimierende Fakt wird noch verstärkt, weil niemand weiß, was das neue Jahr bringen wird und wie lange solche absurden Maßnahmen noch aufrecht erhalten werden (können). Trotz allem sollten wir die Hoffnungen nicht aufgeben und uns z.B. an den zig-tausendfachen zivilen Ungehorsam des 16. Mai im Großen Garten während des Aufstiegsgeisterspiels gegen Türkgücü München erinnern und dieses Gemeinschaftsgefühl verinnerlichen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt als die Lage dann zum Spielende auf der Lennéstraße eskaliert wurde.

Das Jahr 2021 wird als eines der turbulentesten und gleichzeitig leidenschaftsärmeren Jahre in die Vereinsgeschichte eingehen. Beginnend mit dem Wechsel in der Geschäftsführung über die Trainerentlassung kurz vor Saisonende, den Aufstieg ohne Publikum im Stadion, derweil die Fanszene die Mannschaft vom Großen Garten aus unterstützte und abgeschirmt und drangsaliert von mehr als 1.000 Polizisten abfeierte. Marketingabteilung und neuer Ausrüster überraschten dann die Dynamofans mit blauer !!! Freizeitkleidung. Muß man eigentlich schon dankbar sein, daß noch niemand auf ein schickes Violett als Marketingerfolg für uns Schwarz-Gelbe gekommen ist? Hier stellen sich Fragen, inwiefern Mitarbeiter unseres Marketings noch das Wesen unseres Vereins verinnerlicht haben.

Dann gab es noch den blamablen und dilettantischen Versuch einer nachgeholten digitalen Mitgliederversammlung vom Vorjahr, welche nur Minuten nach Eröffnung wegen technischem Versagen schwarze Bildschirme bescherte und daher abgebrochen wurde und Wochen später eine notdürftige Präsenz MV für die Gremienwahlen abgehalten wurde, an deren Teilnahme eine Voranmeldung und ein Testergebnis oder Impfstatus gekoppelt wurde. Die offizielle Mitgliederversammlung 2021 fiel gleich ganz den sächsischen Corona Restriktionen zum Opfer und wurde in die Urlaubszeit 2022 verschoben. Die Teilnahme an Heimspielen wurden selbst unter bereits stark reduzierter Kapazität vom „G“-Status abhängig gemacht, bis diese dann sachsenweit Ende November endgültig wieder zu Geisterspielen deklariert wurden. Beschämend auch, daß sich unser Verein für die politisch initiierte Impfkampagne als Werbeträger hergab. Mehr noch: Neben der plötzlichen „politischen Bildung“ unseres Nachwuchses, was überhaupt nicht zu den Aufgaben des Vereins gehört und ohnehin der satzungsgemäß festgeschriebenen politischen Neutralität entgegenläuft, werben unsere Vereinsverantwortlichen für die Impfung bei unseren Jugendlichen, setzen diese unter Druck und dies noch mit erwiesenermaßen falschen Behauptungen. Spontane Aktionen, wie der Empfang nach dem wohltuenden Derbysieg gegen Aue werden von der Presse sogar als Verhöhnung von Corona Opfern betitelt. Widerwärtiger kann Propaganda nicht sein. In diesem Jahr wurden Grenzen überschritten, was einer dringenden Aufarbeitung bedarf.

Und letztendlich eine Mannschaft zwischen begeisterndem und erfolgreichen Fußball und unterklassigem und ideenlosen Rumpelfußball ohne Struktur und Kontinuität.

Einige gute Freunde und geschätzte Dynamofans und  Mitglieder haben wir auch in diesem Jahr tragischer Weise verloren. Sie hinterlassen eine große Lücke. Es liegt an uns, deren Vermächtnis mit zu achten und sie in guter Erinnerung zu behalten. Dazu gehören u.a. das Bewahren der Satzung und auch die Verhinderung eines Drucks auf und die Manipulation unseres Nachwuchses.

Was bleibt ist die Hoffnung auf und die Entschlossenheit zu einem deutlich besseren neuen Jahr. Dazu bedarf es eines wachen Geistes, Loyalität und Tatkraft. Wir wünschen uns allen, daß das kommende Jahr uns wieder Lichtblicke bringt und uns, in welchem Maße auch immer, zurück zu einer Normalität führen wird. Und diese heißt: Fußball mit Leidenschaft vor allen Fans! Wir wollen und werden nicht akzeptieren, daß das, was hier und jetzt gerade passiert, zur neuen Normalität wird. Daß diese Wünsche erfüllt werden, liegt aber einzig und allein an uns – den Fans und Mitgliedern der Sportgemeinschaft – welche die Gemeinschaft wieder mit Leben und Ehrlichkeit und Leidenschaft füllen muß.

In diesem Sinne: Allen ein friedliches und versöhnliches Fest im Kreise Eurer Familien und Freunde und einen guten Rutsch in ein hoffentlich viel besseres neues Jahr!

Testspiele

Nein, dies wird kein redaktioneller Beitrag über den Umgang der Fans bei Testspielen, von denen in den letzten Jahren (zu) viele unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfanden. Vielmehr möchten wir die Praxis und Argumentationen beleuchten, wie aktuell mit einer großen Zahl an Fußballfans in diesem Land umgegangen wird und wie diese mancherorts komplett ausgegrenzt, andernorts mit kostspieligen und zeitraubenden Auflagen schikaniert werden, damit diese Ihre Mannschaft in den Stadien und auf den Sportplätzen unterstützen können.

Es ist jetzt 18 Monate her, daß mittels des sogenannten PCR Testes begonnen wurde, das Vorhandensein des Corona-Virus (SARS CoV 2) am Menschen nachzuweisen. Und dies in einem erheblichen Umfang ohne das Vorhandensein klinischer Symptome, wie dies in der medizinischen Diagnostik sonst üblich war. Im Jahr 2020 wurden ca. 35 Millionen Tests, bis zur 40. Kalenderwoche 2021 nochmal 41. Millionen PCR Tests durchgeführt (Quelle: Wochenberichte des Robert-Koch-Institutes). Diese ca. 76 Millionen Tests ergaben 4,3 Millionen „Fälle“ ohne statistische Erhebung, wieviele davon eine Erkrankung darstellten und wenn, ob dieses Virus der hauptursächliche Grund dafür war. Eine Zahl von ca. 94.000 Todesfällen seit Anfang des Jahres 2020, bei denen den PCR Test positiv ausfiel, wird deswegen mit dem Virus in direkte Verbindung gebracht und als Begründung seiner Gefährlichkeit herangezogen. Dabei wird ebenfalls diese Anzahl entgegen der üblichen statistischen Auswertung virologischer Infekte nach Saison hier übersaisonal aufsummiert.
Bei Kostenerstattung durch die Krankenkassen von ca. 43 Euro je Test, trug das Gemeinwesen (Steuerzahler und Krankenversicherungen) nur für diese PCR Testungen die stattlichen Kosten von ca. 3,3 Milliarden Euro. Vor einem Jahr trat die Coronavirus-Testverordnung in Kraft, welche Anspruch und Zulassung von sogenannten Schnelltests regeln sollte. Seitdem wurde ein Vielfaches der Anzahl der PCR Tests an Schnelltests vorgenommen, von denen der Steuerzahler/Krankenversicherung jeden mit 11,50 Euro bezuschußte und damit mehrere Milliarden Euro für diesen Zweck aufwendete. Seit Anfang des Jahres werden den Bürgern die „heilversprechenden“ mRNA Impfstoffe verabreicht, mittlerweile hat Deutschland eine Impfquote nahe 85 % in der besonders gefährdeten Gruppe der Über 60-Jährigen erreicht. 70% sind es bei der Altersgruppe 18-59 Jahre und mittlerweile sogar nahe 40% bei den Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Wir hören noch die großspurigen Parolen von den Entscheidungsträgern aus Politik und vom beratenden Robert-Koch-Institut: Bei einer Impfquote von 60-70% haben wir Herdenimmunität und alle Maßnahmen können entfallen. Oder: Wenn wir jedem Bürger ein Impfangebot unterbreiten können, werden alle Einschränkungen aufgehoben. Und wie stellt sich angesichts obiger eingetretener Fakten die Situation jetzt im Oktober 2021 dar? Die politischen Entscheidungsträger stehen nicht ansatzweise zu ihren Worten, ignorieren die medizinischen Erkenntnisse und haben stattdessen die Verantwortung und Entscheidung, wer etwas nutzen darf, an Händler, Handelsketten, Gewerbetreibende, Gastronomen, Hoteliers, Künstler, Veranstalter, Vereine, kommunale Betriebe delegiert, welche Kunden, Fans, Mitglieder, Touristen oder Einwohner selbst klassifizieren darf, wer berechtigt ist, welche Angebote nutzen zu können. Um auch den letzten Bürger zu einer, wie es mittlerweile belegbar ist, hochriskanten Impfung zu nötigen, deren Wirkung mittlerweile ebenso belegbar sehr fragwürdig geworden ist, wurden gesetzliche Anreize wie volle Kapazitätsauslastung und Maskenfreiheit in Aussicht gestellt und gleichzeitig eine finanzielle Hürde durch Wegfall der kostenlosen Schnelltests für Ungeimpfte aufgebaut (mit der Begründung der Belastung des Steuerzahlers!) und bei Beibehalten der Vorschriften, daß nur sogenannte anerkannte Testzentren bezeugen dürfen, ob der Teststreifen sich böse oder gut verfärbt hat. Dies alles bei einer praktisch erwiesenen Fehlerquote von ca. 2 Fehlalarmen auf 3 positive Testungen.

In dieser Situation befindet sich nun auch unser Verein, die SG Dynamo Dresden. Zwar wurde die Option des sogenannten 2G (nur „Genesene“ und Geimpfte) von den Verantwortlichen unseres Vereins nicht gezogen, in Sachsen praktiziert dies im höherklassischen Fußball nur RB Leipzig, dennoch ist das Praktizieren von 3G eine Zumutung für die ungeimpften Fans. Dies kostet Zeit, um ein Impfzentrum aufzusuchen um für ca. 15 Euro für 24 Stunden gesellschaftliche Legitimation per Negativtest zu erhalten, daß man eine Berechtigung zum Stadionzutritt erwirbt. Was auch die Frage aufwirft, ob Tests, welche als Test-Kit für 1,50 Euro zu erwerben sind, nicht auch unter Aufsicht schnellgeschulter Security- oder Dynamomitarbeiter durchführbar sind.

Schwerer wiegt andererseits aber das Risiko, daß diese anlaßlosen aktionistischen Testungen mittlerweile auch dazu führen können, daß – im Fall eines positiven Testergebnisses – der Versuch, ein Heimspiel der SGD zu besuchen, in einer 10- bis 14-tägigen Quarantäne endet. Und weiterhin kann es dazu führen, daß man seine Familie oder Freunde und Arbeitskollegen mit denen man kürzlich in Kontakt war, als betroffene Kontaktpersonen dem Schicksal ausliefert, daß der Arbeitgeber diese Zeit nicht bezahlt (weil der bisherige staatliche Ausgleich weggefallen ist) oder man als Selbständiger sein Gewerbe nicht ausüben kann. Es möge jeder für sich entscheiden, ob er dieses Risiko – nein, nicht das gesundheitliche – sondern des finanziellen und Freiheitsschadens, eingehen will – wegen einem Fußballspiel.

Und im weiteren Verlauf stellt sich auch für Dynamomitglieder die Frage, wie man dies bei der alljährlichen Mitgliederversammlung im November handhaben will. Die Einladungen dazu sind kürzlich versendet worden, es gilt ebenfalls das sogenannte 3G, welches unsere Vereinsmitglieder in steuerfinanziert Geimpfte, steuerfinanziert durch einen positiven Test in der Vergangenheit sogenannte Genesene und privat finanzierte negativ Schnellgetestete selektiert. Von einer Gleichbehandlung der Mitglieder kann hierbei keine Rede sein.

Trotz aller vorgenannten Unwägbarkeiten und persönlicher Risiken sollte es das Mindeste sein, daß der Verein vor Ort kostenlos Testungen für betreffenden Mitglieder anbietet. Die Anzahl der Betroffenen sollte ohnehin überschaubar sein, sodaß bei vielleicht 100-200 Mitgliedern ca. 150-300 Euro Materialkosten für die Test-Kits und etwas mehr personeller Aufwand am Einlaß verhältnismäßig sind. Bei genau solchen Entscheidungen sollten sich Vereinsverantwortliche vor Augen führen, ob genau diese Leute künftig bereit sein werden, wieder ihr Portemonaie zu öffnen, wenn es dem Verein mal wieder dreckig geht. Die Entscheidung in genau solchen Situationen zeigt den Mitgliedern, wer als Verantwortlicher Fingerspitzengefühl und Kenntnis des Vereinslebens unter Beweis stellt und damit würdig ist, eine SportGEMEINSCHAFT zu führen.

Aktive Fanszene konsequent gegen die Aussperrung ungeimpfter Fans

Kein 2G!

Bremen, 2 x Sankt Pauli, Nürnberg, Schalke – was für ein Hammerprogramm für Dynamo in den kommenden Wochen. Die zuletzt verunsichert auftretende Mannschaft benötigt alle Unterstützung der Fans. Es wären Fußball-Feste für jeden Fan rassiger Fußballduelle … geworden. Seit März 2020 ist dies nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt möglich. Volle stimmungsvolle Stadien in Deutschland – Fehlanzeige. Da muß man schon nach England, Ungarn, Schweden, Holland oder Dänemark schauen, um sich erinnern zu lassen, wie Fußball seit Jahrzehnten zelebriert wird.

Mit der seit Donnerstag den 23. September für den kommenden Monat geltenden Sächischen Corona Verordnung delegiert die sächsische Landesregierung die Verantwortung für Veranstaltungen und Dienstleistungen an Vereine und Unternehmer. Diese haben die Wahl zwischen Pest und Cholera – um einmal das Gleichnis wirklicher Epidemien und hochgefährlicher Krankheiten zu bemühen. Sie müssen entscheiden, ob sie halbwegs Normalität, ohne Kapazitätsbegrenzung, Tests und Masken, in ihren Gewerben umsetzen wollen um damit einem Teil Ihrer Kunden fast uneingeschränkt ihre Dienste anbieten zu können. Oder ob sie sich dafür entscheiden, unter weiterhin absurden Auflagen und Begrenzungen, den fast ebenso großen Anteil der ungeimpften Bevölkerung einen Zugang zu ihren Diensten weiterhin zu ermöglichen.

Vor dieser Entscheidung stehen neben Gastwirten, Hoteliers, Kinobetreibern, Messe- und Konzertveranstalter auch die Fußballvereine.

Wir als Interessengemeinschaft Dynamo haben uns von Anfang an gegen jegliche Beschränkungen ausgesprochen und stehen dafür ein, daß dies auch in Zukunft so ist. Selbst ein 3G – also Eintritt mit aktuellem „amtlichen“ Schnelltest – bedeutet für uns weiterhin eine unangemessene Schikane. Ein 2G – der Zutritt nur für geimpfte und sogenannte genesene Personen – ist absolut inakzeptabel. Diese Position hat am vergangenen Donnerstag (16.09.2021) auch die Mitgliederversammlung der Fangemeinschaft Dynamo e.V. einhellig per Mitgliederbeschluß untermauert:

Die Fangemeinschaft Dynamo e.V. kommuniziert gegenüber dem Verein SG Dynamo Dresden, dass alle Veranstaltungen der SG Dynamo Dresden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten grundsätzlich offen für alle Menschen bleiben sollen und keine Beschränkung auf geimpfte und genesene Personen erfolgt. Für getestete Personen soll ein Schnelltest erlaubt bleiben. Es gibt keine Beschränkung auf PCR-Tests. Ziel sollte es sein, dass die Tests durch entsprechend ausgebildete Ehrenämtler vor Ort durchgeführt werden können.“

K-Block bzw. die Ultras Dynamo haben sich selbstverständlich ebenso klar positioniert, mehr noch: Das Auswärtsspiel beim FC Sankt Pauli, dem vermeintlich ach so progressiv-/coolen Verein, bleibt die Fanszene angesichts der 2G Erpressung demonstrativ fern und empfiehlt dies ALLEN Dynamofans.

2G selektiert Menschen und dient dazu, auch uns als Dynamofans zu trennen, indem kerngesunde jahrzehntelang treue Fans allein durch einen „Impfstatus“ ausgeschlossen werden. Nicht mit uns! Jeder, der noch ein Fünkchen Ehre und Loyalität besitzt, wird sich diesem Gebaren entgegenstellen. Die ebenso klare wie einfache Botschaft „Alle oder keiner“ wird bei den aktiven Fans damit gelebt. Und von einem „Operettenpublikum“, welches wegen Tradition, sportlichem Erfolg, Bundesligazugehörigkeit und vor allem unserem stimmungsvollen Stadion angezogen wird, sollte man wegen Ausbleibens von Letzterem keine Loyalit und ertragsbringende Masse erwarten. Es ist jetzt schon so wie es ist, daß der Gang ins Stadion durch die behördlichen Repressalien vergällt wird und viele Fans zu Hause oder in der Torwirtschaft bleiben läßt.

Lassen wir es nicht zu, daß die Lust am Fußball weiter zerstört, die Spaltung der Fans vorangetrieben wird.

2G, 3G oder SGD

5.8.2021 – Beim 1. FC Köln: „Nur Geimpfte und Genesene erhalten Zugang zum Stadion.“

8.8.2021 – Dortmund: „2 G Prinzip im Stadion zum Bundesligaauftakt.“

12.8.2021 – „Leverkusen läßt nur Geimpfte und Genesene ins Stadion.“

5.9.2021 – FC Sankt Pauli „2G ist unser Wunsch. Und es ist auch der Wunsch der Stadt“

15.9.2021 – Sachsen: Der Freistaat will ein Zugangsmodell für Geimpfte und Genesene, nicht aber für Getestete einführen. Die Entscheidung liegt jedoch bei den Veranstaltern.

Bundesweit: Impfpass, Genesenennachweis oder ein Testergebnis griffbereit, das negativ und nicht älter als 24 Stunden ist, dazu den Personalausweis oder den Führerschein – und nicht zu vergessen das nur online zu buchende Ticket.

Ist es das, was ihr wollt?

Sollen Geimpfte und Genesene Privilegien beim Stadionbesuch erhalten? Das ist die Fragestellung, welche uns landauf landab von Presse, Funk und Fernsehen wohl eher rhetorisch und trotzdem mit vollem Ernst gestellt wird. Diese Frage ist so falsch, daß man darauf keine Antwort geben darf, denn Freiheit und Grundrechte sind keine Privilegien sondern elementar und gesellschaftsprägend in einem Land mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung. Diese Frage zielt, so wie sie ausgesprochen wurde, am Grundgesetz meilenweit vorbei, indem sie Gleicheits- und Diskriminierungsgrundsätze mißachtet. Dieses Denken, Reden und Handeln war bisher nur aus totalitäten Staaten bekannt.

Dies ist aber nur der eine Aspekt dieser Thematik, welche speziell uns Fußballfans direkt betrifft. Ein weitere Aspekt selbst ist die eigentliche medizinisch/epidemologische Komponente, welche ja überhaupt der Auslöser aller Beschränkungen war. Es liegen mittlerweile belastbare Zahlen europa- und weltweit vor, welche mehr als nur nahelegen, daß Infektionen sowohl von vollständig Geimpften wie auch „Genesenen“ vorkommen und auch weiter verbreitet werden. Mehr noch, in Ländern mit einem Impfstatus > 80% sind die sogenannten Inzidenzen regelrecht explodiert, was diese Kennzahl und den Verzicht auf Testungen von Geimpften vollständig ad absurdum führt.

Und genau vor diesem Hintergrund führen Vereine Debatten mit Mitgliedern und Fans um den Zugang zum gemeinsamen Sporterlebnis. Hamburg und Rheinland-Pfalz praktizieren schon 2G, verklärend auch als 2G Plus deklariert, was nichts anderes bedeutet, daß man die Verantwortlichkeit an Gewerbetreibende und Veranstalter delegiert. Und damit sind z.B. die Vereinsführungen einerseits gezwungen, zum wirtschaftlichen Überleben des Vereins das Maximale an Einnahmen zu generieren, andererseits sind sie an die Entscheidungen der regionalen und Landespolitik und deren Exekutoren in Form der Gesundheits- und Ordnungsämter gebunden. Und dies alles passiert vor der Kulisse einer aufgeheizt, teils hysterisch geführten Debatte um die Deutungshoheit über eine Pandemie, welche schon lange keine mehr ist, vielleicht auch niemals eine war.

Vereine und Veranstalter, Dienstleister und Gastronomen welchen durch Tätigkeitsverbote, Schließungen, Publikumsausschluß seit dem letzten Jahr an den Rand des Ruins getrieben wurden, werden jetzt wirtschaftlich genötigt, ja regelrecht erpresst, ihr Publikum und ihre Kundschaft zu selektieren und damit speziell Ungeimpfte zu diskriminieren. Jahrelange Freundschaften, treue Stammkundschaften werden so sinnlos zerschlagen werden. Spaltender, widerlicher und verantwortungsloser kann man Politik in unserem Freistaat nicht ausüben.

Die Frage stellt sich jetzt: Wie geht Sachsen, wie gehen wir bei Dynamo mit der aktuellen Situation und den weiterhin hysterischen Tendenzen um? Auch bei uns innerhalb unseres wunderbaren Bundeslandes und leider auch in der Sportgemeinschaft ist die gesellschaftliche Spaltung weit vorangeschritten. Es stellt sich die Frage, wer von wem Solidarität erwarten kann? Erwarten die Geimpften diese von den Ungeimpften, indem sich letztere doch noch „für die Volksgesundheit“ auch noch als „Versuchskaninchen“ hergeben oder freiwillig den Veranstaltungen fern bleiben? Erwarten Ungeimpfte die Solidarität der Geimpften und Genesenen, indem diese auch den Heimspielen freiwillig fern bleiben, um im Sinne der Gemeinschaft zu signalisieren nach dem Motto Jeder oder Niemand bzw. „Alle oder Keiner“ ?

Wie man es dreht, was man auch erwartet – unser Verein und damit wir alle sind in allen Konstellationen die Gelackmeierten. Stark verringerte Zuschauerkapazität, Unlust am Fußballschauen weil keine Stimmung aufkommt, aufgeheizte Diskussionen innerhalb der Gemeinschaft der Fans – unser Verein erleidet in jeder denkbaren Konstellation aktuell massive Einnahmeneinbußen und verliert an Attraktivität. Und dann werden sich Verantwortliche und die Mitgleider früher oder später entscheiden müssen, ob sie einen Großteil derer, welche seit Jahren und Jahrzehnten dem Verein die Treue gehalten, mehr noch – den Verein am Leben erhalten haben und aktiv an der Entschuldung und Konsolidierung mitwirkten – ja ob man diese Mitglieder und Fans jetzt aussperrt, nur weil diese sich den „Luxus“ des freien Denkens und Lebens – bis vor wenigen Jahren eine Selbstverständlichkeit in dieser Gesellschaft – leisten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wieviel Gemeinschaft noch in der Sportgemeinschaft steckt.

Unser Verein als politischer Werbeträger?

„SGD unterstützt Impfaktion der Stadt Dresden“ – diese Nachricht stach vor ein paar Tagen jedem Besucher der Internetseite der SG Dynamo Dresden ins Auge.

Es sollte sich mittlerweile bis in unsere Geschäftsführung und zu unseren Medienverantwortlichen herumgesprochen haben, daß beim Thema Corona-Maßnahmen unsere Gesellschaft zutiefst gespalten ist und sich insbesondere in Sachsen die anteilig meisten Kritiker nicht nur der Notstands-Maßnahmen sondern vor allem mit dem Umgang mit der sogenannten Immunisierung, sprich: dem Impfangebot, befinden. Im Bildungsranking (Pisa) der deutschen Bundesländer liegt unser Freistaat auf Platz 1, im Impf-Ranking aller Bundesländer hingegen auf dem letzten Platz. Für alles gibt es Gründe, es muß aber gestattet sein, Fragen zu stellen und auch mal das Naheliegende anzusprechen. Gern kann man auch mal den kausalen Zusammenhang zwischen dem Bundesland mit der geringste Impfquote in Deutschland, einziges Bundesland, bei dem die Maskenpflicht weitestgehend ausgesetzt wurde und zweitniedrigster Inzidenz in Deutschland samt weiterhin fallender Hospitalisierungszahlen herstellen.

Warum also fühlen sich die Medienverantwortlichen unseres Vereins dazu genötigt, den bestehenden Keil durch ein regelrechtes Anbiedern an die umstrittene staatliche Impfkampagne noch tiefer zwischen unsere Anhänger zu treiben, indem sie ohne jegliches Hinterfragen einseitig politische Maßnahmen unterstützen? Jeder in diesem Land weiß, daß es ein Impfangebot für jeden Erwachsenen gibt, in Sachsen haben dies etwa die Hälfte der erwachsenen Bewohner, aus Überzeugung, die Krankheit damit abzuwenden oder im Hoffen auf Erleichterungen im Alltag, angenommen und sich einen der notzugelassenen mRNA Impfstoffe verabreichen lassen.

Es ist deren mehr oder weniger freie Entscheidung gewesen, genauso wie es eine freie Entscheidung ist, egal aus welchen Gründen, sich nicht impfen zu lassen. Immerhin haben die angebotenen Impfstoffe nur eine Notfallzulassung basierend alleinig auf dem aktuell ausgerufenen Pandemiezustand. Und im Zusammenhang mit den Impfungen gibt es amtlich (beim Paul-Ehrlich-Institut) dokumentierte Todesfälle und dokumentierte schwere Nebenwirkungen, was in den Medien aber völlig unter den Tisch fällt. Langzeitwirkungen konnten noch gar nicht erforscht werden. Besonders Menschen, welche in den letzten anderthalb Jahren der Pandemie symptomlos geblieben sind, haben ein Recht darauf, frei zu entscheiden, daß sie sich nicht einem bedenklich hohen Risiko von Erkrankungen oder gar Tod durch „die Spritze“ aussetzen. Es bleibt aber immer eine Entscheidung des einzelnen Menschen, ganz klar! Und dafür darf niemand benachteiligt oder diskriminiert werden.

Selbstbestimmt lebende Menschen erzieht man auch nicht durch massive Propaganda-Aktionen wie die aktuelle Impfkamapagne von Bund, Ländern und Kommunen. Wir als Verein dürfen unseren Namen und unsere Popularität nicht für diese Art politischen Gebarens hergeben. Weder durch mögliche Nötigung von kommunalpolitischen Entscheidungsträgern noch durch Alleingänge unserer Vereinsspitze. Dafür haben die Dynamo Mitglieder auch einen Schutzmechanismus in die Vereinssatzung eingeflochten, welcher mit dem simplen wie klaren Wortlaut „Politische und weltanschauliche Zwecke dürfen nicht verfolgt werden.“ (§2 Abs. 2 Aufgaben und Zweck) genau diese handlungen untersagen soll.

Es ist nun also angesagt, die entsprechenden Verantwortlichen im Verein an das zu erinnern und die Einstellung der Unterstützung der Impfkampagnen zu fordern.